Neubau Bettenhaus, Sanierung und Umstrukturierung Altbau I Bundeswehrkrankenhaus Hamburg
Städtebau
Die Standortwahl für den Neubau des Bettenhauses mit Notaufnahme wurde von der Überlegung geleitet, historisch bedingte Defizite des ehemaligen Militärhospitals zu beseitigen, interne Verkehre zu entflechten, Wege zu verkürzen und die Orientierung für die Besucher zu verbessern. Die exponierte Lage an der Lesserstraße soll dem Krankenhaus ein deutlich sichtbares neues Gesicht als Aushängeschild des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg verleihen. Den städtebaulichen Kontext zwischen den vorhandenen Gebäuden und dem Neubau bildet die sich zwischen dem neuen Haupteingang und dem bestehenden Eingang der Ambulanz aufspannende klar strukturierte Hofsituation in unmittelbarer Verbindung mit dem öffentlichen Raum.
Funktionsbereiche
Durch die Anbindung des Bettenhauses an den Altbau entsteht ein inneres Erschließungssystem, getrennt nach Besucherverkehr und interner Verund Entsorgung, das alle Funktionsbereiche mit kürzesten Wegen vernüpft. Der Erhalt bestehender Funktionsbereiche wird konsequent berücksichtigt. Der geplante Umbauaufwand im Altbau wird auf ein Minimum reduziert. Die Untersuchungs- und Behandlungsbereiche im Altbau werden konzentriert und optimal mit dem neuen Bettenhaus verbunden. Sie liegen ebenengleich mit den jeweiligen Pflegestationen.
Der 2. BA, die Umstrukturierung des Altbaus, umfasst neben der umfangreichen Sanierung den Neubau der Apotheke als Anbau an das Bestandsgebäude.
Denkmalpflege
Besondere Herausforderung bei der Sanierung des Südflügels war das Bauen im laufenden Betrieb und die Rücksichtnahme auf die besonderen Qualitäten der denkmalgeschützten Bausubstanz. In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege wurden die Fassaden im Original-Farbton sand-gelb wiederhergestellt, die Fenster nach historischem Vorbild saniert. Der Innenraum hat durch die Rückführung auf historische Elemente wie z.B. abgerundete Mauerecken und abgeschrägte Zargen sowie den Rückbau von Flureinbauten seine ursprüngliche Ausstrahlung wiedergewonnen. Auf den sanierten Flächen befinden sich nun die Abteilungen Medizintechnik, Lehrsäle, Verwaltungsbereiche und zentrale technische Infrastruktureinheiten.
Die Apotheke mit Reinraumbereichen für die Medikamentenherstellung wie Zytostatika, wurde als „Gebäude im Gebäude“ einschließlich der erforderlichen Analytik sowie den Lagerbereichen im Untergeschoss im Bereich des Südflügels Mitte im halb unterirdischen Erweiterungsneubau geschaffen.
Im 3. BA wurden die zentrale Essensversorgung der Patienten und des Krankenhauspersonals über eine Caterer-Küche mit angeschlossener Mitarbeiterkantine, weitere Verwaltungsbereiche und die Interims-Zentralumkleiden realisiert. Die zentralen Versorgungseinheiten der technischen Infrastruktur wurden zudem grundlegend saniert.
Fotos: Jörg Schwarze
-
Bundeswehrkrankenhaus Hamburg
-
Projektdetails auf
https://www.tsj-architekten.de