AKG Förderpreis 2026 vergeben !
für Studierende und junge Architektinnen und Architekten
Mein Krankenhaus schließt - was nun?
Medizinische Grundversorgung stärken
"Es gibt zwei Dinge in der Architektur: Menschlichkeit oder keine".
Alvar Aalto
Die Architekten für Krankenhausbau und Gesundheitswesen e.V. (AKG) vergeben
im Jahr 2026 zum zehnten Mal einen Förderpreis für Studierende und junge
Architektinnen und Architekten.
Der Strukturwandel der Krankenhauslandschaft wird aktuell als Teil der Gesund-
heitsreform kontrovers diskutiert. Vor dem Hintergrund, dass voraussichtlich in den
kommenden 10 bis 15 Jahren von den aktuell rund 1.740 Krankenhausstandorten
nur noch 1.000 - 1.200 Standorte verbleiben, also 500 - 800 Standorte schließen
oder sich neu erfinden müssen, suchen wir innovative und ungewöhnliche architek-
tonische Konzepte.
Egal, ob "Gesundheitskiosk", "Port-Zentrum" oder "MZEB" - Überlegungen zu Um-
nutzung, Nachnutzung und Ergänzung der Häuser, aber auch zu Neubauten sind
für die Grundversorgung und Prävention gefragt.
Der AKG Förderpreis 2026 ist mit insgesamt 6.500,00 € dotiert (Erhöhung um 500,00€)
und richtete sich an Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen (ab Jahrgang
1996) der Fachrichtungen Architektur und Innenarchitektur aller deutschsprachigen
Ausbildungsstätten, Diplom nicht länger als zwei Jahre zurückliegend.
Die offizielle Preisverleihung wird anlässlich des AKG Frühjahrstreffens 2026 am
24. 04. 2026 in Berlin stattfinden.
Die Preisträger 2026:
1. Preis
Anna-Lena Ritt I RWTH Aachen
Anna Luisa Seliger I RWTH Aachen
Wettbewerbsarbeit: „Obsolete Krankenhäuser? Reanimation eines Fallbeispiels!“
2. Preis
Johannes Quirin I TU Braunschweig
Wettbewerbsarbeit: „Umnutzen des St. Elisabeth-Krankenhauses in Salzgitter-Bad
in ein Gesundheitscampus"
3. Preis
Lisa Larissa Wunder I Technische Universität München
Florian Meissner I Technische Universität München
Anna Brackhagen I Technische Universität München
Wettbewerbsarbeit: „Wurzeln und Flügel “
ANERKENNUNG
Jiaqi Liang I RWTH Aachen
Young Ju Nam I RWTH Aachen
Carlos Schleich I RWTH Aachen
Wettbewerbsarbeit: „minimal.klinik - Neuplanung Level 1 i - Krankenhaus"
ANERKENNUNG
Julia Franziska Mack I TU Braunschweig
Wettbewerbsarbeit: „CAMPUS MITEINANDER - Begleiten statt Behandeln"
ANERKENNUNG
Silvia Stitzinger I Technische Universität München
Wettbewerbsarbeit: „(KRANKEN) - HAUS - BAU“
ANERKENNUNG
Ella Dreiner I RWTH Aachen
Lukas Jockisch I RWTH Aachen
Wettbewerbsarbeit: „Gesundheits-Kiosk"
1. Preis
Anna-Lena Ritt I RWTH Aachen
Anna Luisa Seliger I RWTH Aachen
Wettbewerbsarbeit: „Obsolete Krankenhäuser? Reanimation eines Fallbeispiels!“
Beurteilung der Jury:
Die Arbeit überzeugt unter den 23 eingereichten Beiträgen insbesondere durch ihre
prägnante strukturelle Analyse, die Auswahl eines äußerst signifikanten Fallbeispiels
sowie eine darauf aufbauende, außerordentlich treffende planerische Konzeption. Trotz
der ungewöhnlichen architektonischen Aussage erfüllt die Arbeit die Aufgabenstellung
in besonderem Maße.
Wie für viele Krankenhausstandorte in Deutschland zutreffend wirkt der in einem Wohn-
gebiet eingebetteter Sonderbau Krankenhaus fremdartig und wenig interagierend. Dass
aufgegebene Krankenhäuser nicht zwingend rückgebaut werden müssen, sondern umge-
nutzt und das Umfeld bereichern und aufwerten können, zeigt diese Arbeit mustergültig
auf. Den Verfasserinnen gelingt es dabei, mit wenigen aber gezielt gesetzten Eingriffen
eine vielfältige und schlüssige neue Nutzungsperspektive zu entwickeln.
Ausgehend von den bestehenden medizinischen Funktionsbereichen werden aufgegebene
stationäre Nutzungen auf das Wesentliche reduziert und konsequent in ambulante Gesund-
heitsangebote überführt. Auch für die ehemaligen Pflege- und Versorgungsbereiche ent-
wickelt die Arbeit überzeugende Nachnutzungskonzepte, darunter ambulante Einrichtungen,
Arztpraxen, betreutes Wohnen, Kleinappartements, sowie das umgebende Quartier be-
reichernde Werkstätten, Ateliers und Kreativräume. Mit großer Selbstverständlichkeit und
konstruktiver Leichtigkeit gehen die Verfasserinnen auf die vorhandenen Gebäudestrukturen
ein und schaffen sowohl städtebaulich als auch inhaltlich neue, spannende Koexistenzen.
Im Ergebnis entsteht ein lebendiger und zukunftsweisender Gesundheits- und Kreativitäts-
campus, der Gesundheit, Wohnen und quartiersbezogene Versorgung in überzeugender
Weise miteinander verbindet. Nicht mehr benötigte Nebengebäude werden konsequent
zurückgebaut, wodurch das ehemalige Krankenhausgelände in eine räumlich beherrschbare,
revitalisierte und vielseitig nutzbare Gesamtanlage überführt wird. Der Titel der Arbeit ist
daher durchaus trefflich gewählt.
Besonders positiv bewertet die Jury, dass mit wenigen, aber entschlossenen Eingriffen ein
hoher Anteil der vorhandenen Bausubstanz erhalten und zugleich in qualitativ hochwertige
neue Raumstrukturen transformiert werden kann. Nutzungsmischung und Erschließung sind
schlüssig entwickelt; insbesondere für die Wohnnutzungen wird eine bemerkenswerte typo-
logische Vielfalt aufgezeigt und anhand sorgfältig ausgearbeiteter Beispielgrundrisse über-
zeugend nachgewiesen.
Die Arbeit stellt die überzeugendste Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung dar und
schöpft das Potenzial eines aufzugebenden Krankenhausstandortes in besonderer Weise aus.
Nach Auffassung der Jury besitzt der Beitrag das Potenzial, als beispielhafte Blaupause für
zahlreiche vergleichbare Krankenhausstandorte in Deutschland zu dienen.
Trotz intensiver und kontroverser Diskussion über die architektonische Aussage wurde die
Arbeit mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Der farblich und formal sehr plakative gestalterische
Ausdruck wurde zwar als wenig zeitgemäß beurteilt, jedoch als überarbeitbar eingeschätzt.
Die gestalterische Kontroverse vermochte die außerordentliche analytische und konzeptionelle
Qualität des Beitrags nicht zu schmälern.
2. Preis
Johannes Quirin I TU Braunschweig
Wettbewerbsarbeit: „Umnutzen des St. Elisabeth-Krankenhauses in Salzgitter-Bad
in ein Gesundheitscampus"
Beurteilung der Jury:
Der Entwurf überzeugt durch eine vorbildliche städtebauliche Lösung für das ehemalige
Krankenhausareal, die sowohl den sensiblen Umgang mit dem Bestand als auch die präzise
Positionierung ergänzender Neubauten in den Mittelpunkt stellt. Besonders hervorzuheben
ist die intensive Auseinandersetzung mit dem städtebaulichen Kontext des alten Krankenhaus-
geländes ebenso wie mit der Struktur des Bestandsgebäudes selbst.
Das klar durchgearbeitete städtebauliche Konzept entwickelt aus der Verbindung von Alt und
Neu ein neues Quartier mit hoher räumlicher und gestalterischer Qualität.
Die neue entstehende Achse ist eine sehr selbstverständliche Weiterführung des Stadtkernes.
Durch den gezielten Rückbau weniger qualitätsvoller Anbauten sowie die kluge Setzung neuer
Baukörper entsteht ein schlüssig gefasster Campus mit einem Platz vor dem Eingang des neuen
Krankenhauses. Gleichzeitig werden die fragmentarisch vorhandenen Blockstrukturen des Um-
felds selbstverständlich aufgenommen und ergänzt. Die beherzten städtebaulichen Eingriffe
zeigen eine entschlossene Haltung und führen zu einem vorbildlichen Ergebnis.
Die Transformation des Bestandsgebäudes wird mit großer Sorgfalt und Tiefenschärfe behandelt.
Die detaillierte Analyse der vorhandenen Struktur bildet die Grundlage für präzise gesetzte Teil-
rückbauten und eine überzeugende Umnutzungsstrategie. Die vorgeschlagene neue Hülle verleiht
dem Gebäude nicht nur eine eigenständige und qualitätsvolle architektonische Erscheinung,
sondern übernimmt zugleich funktionale Aufgaben als Erschließungssystem und klimatische
Pufferzone. Verschattungselemente und Fassadenbegrünung tragen zusätzlich zu einem nach-
haltigen Gesamtkonzept bei.
Auch programmatisch bietet der Entwurf eine überzeugende Antwort auf die Herausforderungen
der Umnutzung dieses ehemaligen Krankenhausareale. Der vorgeschlagene Nutzungsmix aus
Lern- und Ausbildungsflächen, einem Therapie-Hub sowie flexiblen Wohnangeboten für Studenten,
ältere Menschen und Mehrgenerationswohngemeinschaften schafft ein lebendiges und vielfältiges
Quartier.
Sehr positiv bewertet die Jury zudem die klare und nachvollziehbare Darstellung der Entwurfs-
Herleitung. Insgesamt zeigt die Arbeit beispielhaft, wie durch Kreativität und Innovationsgeist
aus einer brachliegenden und defizitären Situation ein zukunftsweisender Ort entstehen kann.
Die Jury würdigt den Entwurf als eine hervorragende und richtungsweisende Lösung für diese
spezifische Aufgabe.
3. Preis
Lisa Larissa Wunder I Technische Universität München
Florian Meissner I Technische Universität München
Anna Brackhagen I Technische Universität München
Wettbewerbsarbeit: „Wurzeln und Flügel “
Beurteilung der Jury:
Der Entwurf „Wurzeln & Flügel“ zeigt eine beispielhafte Umnutzung des leerstehenden
Krankenhauses Neuwittelsbach in München-Nymphenburg auf, die als Blaupause für
viele aus der Nutzung gefallenen Krankenhäuser in Deutschland gelten kann. Die Ver-
fasserInnen schlagen dafür vor, das bestehende Betonskelett aus dem Jahre 1973 als
Tragstruktur zu erhalten und durch ein vielseitiges Wohnangebot in Form von Wohn-,
Pflege,- und Gemeinschaftsformen zu erweitern. Der mehrgeschossiges Bestandsbau
wird energetisch saniert und räumlich nur gegliedert.
Inhaltlich thematisiert das Projekt die Folgen des demographischen Wandels im Quartier.
Ziel ist es, diesem sozialen Wandel und der damit einhergehenden schleichenden Verein-
samung im Alter, durch ein generationsübergreifendes Wohnmodell entgegenzuwirken.
Konkret wird der lokal ansässigen Bevölkerung im, vom Gentrifizierung geprägten Quartier,
eine Wohnperspektive in der eigenen Nachbarschaft bis ins Alter geboten, die alle Lebens-
phasen anspricht und in der das Wohnen insbesondere durch Pflegebereiche und offene
Quartiersnutzungen erweitert wird.
Das Projekt hat die Jury nicht nur durch seine scharfsinnige Analyse des Bestands
überzeugt, sondern vor allem auch durch die beherzten, aber dennoch angemessenen
Entwurfseingriffe, die intelligenten typologischen Entscheidungen und die Entwicklung
sehr präziser Wohngrundrisse. Mit zunehmender Freude verliert man sich bei näherer
Betrachtung immer tiefer in der programmatischen Vielschichtigkeit des Projektes und
den klugen Grundrissen, die durch die Neuorganisation von Clusterwohnungen für
Studierende und Auszubildende, über Familienwohnformen bis hin zu Pflegewohnein-
heiten den ganzen Lebenszyklus unter einem Dach vereint. Die vorgeschlagene Um-
nutzung selbst ermöglich darüber hinaus auch weitere, zukünftige Bestandstransfor-
mationen, sollte die Architektur abermals ihre Zweckbestimmung ändern. Insgesamt
ein hoch inspirierendes, relevantes und zukunftsweisendes Projekt mit Leuchtturm-
qualitäten!
ANERKENNUNG
Jiaqi Liang I RWTH Aachen
Young Ju Nam I RWTH Aachen
Carlos Schleich I RWTH Aachen
Wettbewerbsarbeit: „minimal.klinik - Neuplanung Level 1 i - Krankenhaus"
Beurteilung der Jury:
Die Arbeit zeigt den Neubau eines Level 1i-Krankenhauses, das als schlanker Ersatz für
bisherige unwirtschaftliche Häuser denkbar ist. Als Standort wird Radolfzell am Bodensee
gewählt, was tatsächlich eine denkbare Lösung darstellen würde.
Der Ersatzneubau wird als neuzeitliche kompakte Gesundheitseinrichtung konzipiert, die
ambulante und stationäre Versorgung in einer zentralen Einrichtung zusammenführt.
Der Entwurf bewegt sich auf dem aktuellen Stand des Klinikbaues: effektiv (Stützenraster
8,40m), konzentriert und dennoch tageslichtorientiert. Die Funktionen sind – soweit es die
knappe Darstellung zulässt – betriebsorganisatorisch korrekt gegliedert. Gleichzeitig wurde
eine nachhaltige Bauweise (Fassade als Holzkonstruktion) vorgesehen. Die Grundrisse sind
über eine Vorentwurfsplanung hinausgehend bis ins Detail ausgearbeitet, auch wenn die
Funktionsbereiche /Räume in dem begrenzten Masstab nicht differenzierbar waren. Der
Lageplan zeugt von hohen graphischen Qualitäten. Die Perspektiven / Renderings von
Aussenansicht und von der Eingangshalle wären auf Grund ihrer architektonischen und
ihres bildlichen Niveaus auch in einem Architektenwettbewerb konkurrenzfähig. Rundum
ist es eine sehr hochwertige Arbeit, die sogar eines Preises wert gewesen wäre.
Das Preisgericht vergab eine Anerkennung, weil die zentrale Aufgabenstellung, nämlich
Nutzungsideen für nicht mehr benötigte Krankenhäuser, lediglich durch den Neubau eines
weiteren Krankenhauses beantwortet wurde.
ANERKENNUNG
Julia Franziska Mack I TU Braunschweig
Wettbewerbsarbeit: „CAMPUS MITEINANDER - Begleiten statt Behandeln"
Beurteilung der Jury:
Die Arbeit überzeugt durch eine konsequent verfolgte städtebauliche Öffnung des
bislang prägenden Solitärs. Besonders hervorzuheben ist der radikale Rückbau
additiver Strukturen, die sich im Laufe der Zeit über den Bestand gelegt haben.
Durch das Freilegen des ursprünglichen Kerns und das Aufbrechen der monolit-
hischen Gesamtfigur entsteht eine neue räumliche Leichtigkeit, die das Quartier
adressiert und in einen dialogischen Zusammenhang mit der Nachbarschaft tritt.
Auch auf programmatischer Ebene zeigt der Entwurf eine klare und zeitgemäße
Haltung: Die vorgeschlagene Durchmischung aus ambulanten Angeboten, gemein-
schaftlichen Begegnungsräumen und (betreuten) Wohnangeboten stärkt die Belebung
des Umfelds und formuliert ein zukunftsorientiertes Verständnis von Gesundheits-
infrastruktur als integrativen Bestandteil des urbanen Gefüges.
Kritisch angemerkt wird hingegen die unzureichende Differenzierung zwischen
Bestand und Neubau. Eine klarere Ablesbarkeit sowie eine stärkere Profilierung der
jeweiligen architektonischen Qualitäten hätten zur Schärfung des Gesamtkonzepts
beigetragen.
Zusammenfassend ein überzeugender Beitrag mit klarer städtebaulicher und
programmatischer Haltung, dessen Potenzial durch eine präzisere Differenzierung
von Bestand und Neubau noch stärker zur Geltung kommen könnte.
ANERKENNUNG
Silvia Stitzinger I Technische Universität München
Wettbewerbsarbeit: „(KRANKEN) - HAUS - BAU“
Beurteilung der Jury:
Der Entwurf formuliert einen eigenständigen und zugleich mutigen Grundgedanken, der
durch eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Bestand getragen wird. Die rigorose
Strategie, Teile der vorhandenen Struktur vollständig von der bisherigen Nutzung abzu-
trennen und für die Nachbarschaft zu öffnen, stellt einen konsequenten Eingriff dar.
Insbesondere die Perspektive, diesen Transformationsprozess schrittweise auf weitere
Bereiche des Bestands zu übertragen, verleiht der Arbeit eine prozessuale und zukunfts-
gerichtete Dimension.
Die bewusste Herauslösung technischer Infrastrukturen aus dem Bestand eröffnet zusätzliche
Spielräume für eine Neuorganisation der Funktionen und ermöglicht eine flexible, zukunfts-
orientierte Aneignung der Räume. Der Entwurf formuliert damit ein offenes System, das auch
experimentellen Nutzungen Raum gibt und langfristige Transformationsprozesse mitdenkt.
Kritisch zu sehen ist jedoch die Umsetzung in den Grundrissen, in denen die Herausforderungen
der bestehenden Konstruktion nicht durchgängig überzeugend gelöst werden. Auch im Umgang
mit neu gedachten Fassaden bleibt der Entwurf hinter seinen Möglichkeiten zurück: Anstatt
diese als eigenständiges architektonisches Element zu entwickeln, orientieren sie sich zu
stark am Duktus des Bestands.
Insgesamt ein konzeptionell kraftvoller Beitrag mit klarer Transformationsstrategie, dessen
architektonische Qualität durch eine präzisere Durcharbeitung und größere Eigenständigkeit
in der Umsetzung weiter gesteigert werden könnte.
ANERKENNUNG
Ella Dreiner I RWTH Aachen
Lukas Jockisch I RWTH Aachen
Wettbewerbsarbeit: „Gesundheits-Kiosk"
Beurteilung der Jury:
Die Arbeit stellt als Antwort auf die aktuellen Anforderungen des Gesundheitswesens einen
Gesundheitskiosk vor.
Der Gesundheitskiosk besteht aus 10 quadratischen Modulen mit rund 90qm Nutzfläche,
die flexibel zusammengesetzt werden können. Er ist für flexible Standorte im Stadtraum
konzipiert und kann mobil und kurzzeitig eingesetzt werden. Das knappe Raumangebot
ist nutzbar für Reihenuntersuchungen und Schnellbehandlungen wie Impfungen, Medizi-
nische Beratung, Gesundheitsvorträge, Routine-Checks, Blutzuckermessungen, und
weiteres. Umfangreichere Leistungen sind denkbar, weil der Gesundheitskiosk aufgrund
der modularen Bauweise flexibel erweitert und geändert werden kann.
Die Kiosk-Lösung kann man sich tatsächlich als Bauteil für eine verbesserte Gesundheits-
versorgung vorstellen, da sie eine schnelle Erstbetreuung ohne Wartezimmer ermöglicht
und die Belastung von Allgemeinarztpraxen verringert.
Unter den vorliegenden Beiträgen von Gesundheitskiosken sticht diese Lösung besonders
hervor, da sie durch den systematischen Aufbau und eine additive Konstruktionssprache
überzeugt. Den Ausschlag gibt die ikonische Architektursprache, die durch Vordächer als
Zeichen für offen / geschlossen eine Kommunikation ermöglicht. Minimale Klapprampen
in alle Richtungen strecken gleichsam als Einladung die Hände aus, um die Hemmschwelle
für die Stadtbewohner zu verringern.
Diese Entwurfsgedanken werden durch sehr feingliedrige Renderings überzeugend visualisiert.
Der Unterschied zwischen gebauter Abbildung und Simulation geht gegen Null.
Die Lösung besitzt die Qualitäten eines Preisträgers, kann aber im Umfang der Ausarbeitung
nicht mit einer Klinikumnutzung mit ihren komplexen Betriebsabläufen konkurrieren.
Eine Anerkennung hat die Arbeit allemal verdient.
Die Preisgerichtssitzung I 27. 03. 2026
Die Preisgerichtssitzung fand am 27. März 2026 in dem Räumlichkeiten des
Architekturforums am Institut für Architektur der Technischen Universität Berlin statt.
Die Begrüßung der Jury-Mitglieder erfolgte durch den AKG-Vorsitzenden und selbst
Jurymitglied Dipl.- Ing. Marc Rehle.
Die Jury 2026
• M.Sc. Architektin Cleo Kristin Giesemann
Preisträgerin AKG Förderpreis 2023
• Dipl.-Ing. Architektin Nadine Mauritz
Leitung strategische Zielplanung /
Geschäftsbereich Bau / Charité – Universitätsmedizin Berlin
• Prof. Dipl.-Ing. Architekt Ralf Pasel
Professor für Architektur am Fachgebiet CODE / FAKULTÄT 6, TU Berlin
PASEL-K ARCHITECTS, Berlin
• Dipl.-Ing. Architekt Christoph Gatermann
Vorstandsmitglied AKG e.V. / Nickl & Partner Architekten AG, München
• Dipl.-Ing. Architekt BDA Marc Rehle
Vorstandsvorsitzender AKG e.V. / RRP Architekten + Ingenieure, Berlin /München
Die Jurymitglieder ermittelten die diesjährigen Preisträger/innen des AKG
Förderpreises 2026 und gratulieren den Verfasser/innen recht herzlich.
Unterstützt von
Partner des AKG e.V.
AUSLOBUNG
1. Hintergrund
Der Strukturwandel der Krankenhauslandschaft wird derzeit als Teil bzw. Folge
der Gesundheitsreform intensiv diskutiert.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass in den nächsten
zehn Jahren ungefähr jede fünfte Klinik mit anderen zusammengelegt,umge-
staltet oder geschlossen werden muss.
Die Schließung dieser Einrichtungen als Akutkrankenhäuser hat erhebliche
Auswirkungen für deren Standorte, die Kommunen und die Bevölkerung.
Ohne schnelle Nachnutzung entsteht Leerstand. Besteht dieser Leerstand
über längere Zeit, droht der Verfall der Liegenschaft, was wiederum zu städte-
baulichen Problemen führen kann.
Die Kommune leidet unter wirtschaftlichen Einbußen, Arbeitsplätze gehen
verloren oder werden verlagert und dem Standort droht ein allgemeiner
Attraktivitätsverlust.
Für die Bevölkerung bedeutet dies unter Umständen längere Wege zur
medizinischen Versorgung, besonders in Notfällen. Das Sicherheitsgefühl
sinkt, soziale Spannungen können entstehen. Langfristig können
sich demografische Probleme und die medizinische Ungleichversorgung
zwischen Stadt und Land verstärken.
Um dem entgegenzuwirken, sind neue Versorgungsmodelle und durchdachte
Nachnutzungskonzepte dringend erforderlich.
Als Architektinnen und Architekten sind wir aufgerufen, konstruktive und
kreative Konzepte zur wohnortnahen Gesundheitsversorgung zu entwickeln
– sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich. Besonders
wichtig ist es, die Versorgungangebote an den Bedarfen der Menschen
vor Ort auszurichten.
Neben der medizinischen Versorgung sind auch weitere Dimensionen der
Unterstützung wichtig, wie beispielsweise Maßnahmen der Prävention,
Aktivitäten zur Bewältigung des Alltags einschließlich Leistungen bei
Pflegebedürftigkeit oder auch Unterstützung beim Zurechtfinden in der
Bürokratie des Gesundheitswesens.
2. Aufgabenstellung
Mein Krankenhaus schließt – was nun?
Medizinische Grundversorgung stärken
Gesucht werden Ideen für die Umnutzung leerstehender Krankenhausgebäude
als wohnortnahe Einrichtungen der Prävention, Behandlung und
Nachsorge. Da diese künftig nicht mehr den komplexen Anforderungen
einer Akutversorgung genügen müssen, entfallen zahlreiche funktionale
und hygienische Vorgaben.
Dies eröffnet die Chance, ein offenes Haus der Gesundheit unter aktuellen
architektonisch-räumlichen Gesichtspunkten innerhalb der Bestandsstrukturen,
oder nach teilweisem oder vollständigem Rückbau und
kompakter Neuerrichtung an gleicher oder anderer Stelle neu zu denken.
Auch das Planen einer Mikro-Unit, wie z.B. eines Gesundheitskiosks,
ist möglich.
3. Möglichkeiten
Zunächst ist der Bedarf am gewählten Standort zu analysieren.
Überlegen Sie anhand Ihrer Recherche, welches Angebot aus Ihrer Sicht
am sinnvollsten und wirksamsten ist.
Notieren Sie, was im konkreten Fall z.B. für die Nach- oder Teilnutzung
eines bestehenden Gebäudes, mit z.B.
- Patientenorientiertem Zentrum für Primär- und Langzeitversorgung
(z. B. Port-Modelle oder andere niedergelassene Versorgungsmodelle)
- Krankenhaus Level 1i – ambulante Versorgungsstrukturen mit stationären
Elementen
- Gesundheitshaus mit Fokus auf Ältere sowie Menschen mit Demenz
und anderen kognitiven Einschränkungen als geriatrisches Zentrum,
mit z.B. Seniorenwohnen, Tagespflege, Begegnungsräumen und
Teilhabeangeboten
spricht, oder z.B. für ein anderes Ersatzangebote zur wohnortnahen Versorgung,
wie z.B. einem Gesundheitskiosk, evtl. auch an einem anderen
Standort.

Ihr Vorschlag kann aus einem oder mehreren, auch hier nicht genannten
Modulen bestehen.
Für alle Module gelten folgende Hinweise:
- Klare Organisationsstruktur zur einfachen Orientierung und intuitiven
Wegeführung innerhalb und außerhalb des Gebäudes, zentrale
Anlauf- und Informationsstelle
- Außenbezüge zu Freiflächen oder Lichthöfen
- Aufenthalts- und Wartezonen mit hoher Aufenthaltsqualität
- Baulicher Hitzeschutz
- Barrierefreiheit
- Berücksichtigung kultureller Vielfalt
- Nachhaltigkeit und ökologische Qualitäten z.B. durch energetisch-
bauliche Maßnahmen (Gebäudehülle, Energieversorgung)
4. Schlussbemerkungen
Leerstehende Klinikgebäude sind nicht nur Ärgernis, sondern können zu
innovativen Orten der wohnortnahen Gesundheitsversorgung, Prävention
und Begegnung werden – wenn wir den Wandel kreativ gestalten.
Der AKG-Förderpreis 2026 lädt Sie ein, mutige, visionäre Konzepte zu entwickeln,
die medizinische Versorgung neu zu denken und architektonisch überzeugend umzusetzen.
Zeigen Sie, was Architektur zur Lösung von Problemstellungen beitragen kann, indem
sie Identität stiftet, Lebensqualität sichert und Gesundheitsversorgung stärkt.
Ob Transformation, Teilnutzung oder kompakter Neubau – gesucht sind durchdachte
Lösungen für reale Herausforderungen. Nutzen Sie Ihre gestalterische Kraft und
reichen Sie Ihre Idee für das „Haus der Gesundheit von morgen“ ein!
5. Termine
Veröffentlichung Auslobung II. Quartal 2025
Registrierung VERLÄNGERT bis 02. 02. 2026
(per Mail an akg@akg-architekten.de
oder postalisch)
Schriftliche Rückfragen an Architekten für Krankenhausbau
und Gesundheitswesen e.V. (AKG)
AKG-Geschäftsstelle
Nöldnerstraße 16,
10317 Berlin
akg@akg-architekten.de
Abgabetermin bis einschließlich Freitag, den 20. 02. 2026
in die AKG-Geschäftsstelle in Berlin
(Datum des Poststempels) an
Architekten für Krankenhausbau
und Gesundheitswesen e.V. (AKG) -
AKG-Geschäftsstelle -
Nöldnerstraße 16,
10317 Berlin
Tagung des Preisgerichts Freitag, den 27. 03. 2026 an der TU Berlin
Preisverleihung im Sommer /Herbst 2026
Eventuell erforderliche Terminänderungen werden im Internet auf der
AKG-Website www.akg-architekten.de bekannt gegeben.
6. Teilnahme
A. Zur Teilnahme werden Studierende und Absolventinnen und Absolventen
der Fachrichtungen Architektur und Innenarchitektur aller
deutschsprachigen Ausbildungsstätten zugelassen
B. Hochschul-/Universitätsabschluss nicht länger als zwei Jahre zurückliegend
( Stichtag ist der 30.06.2025 bzw. es gilt der Zeitpunkt der Veröffentlichung
der Auslobung - davon rückwirkend 2 Jahre)
C. Lehrpersonen sind nicht zugelassen
D. Je Teilnehmendem bzw. je Teilnehmergruppe darf nur eine Arbeit
eingereicht werden
Voraussetzung zur Teilnahme am Wettbewerb ist weiterhin die termingerechte
Abgabe und Leistungserfüllung sowie die Überweisung einer Schutzgebühr in
Höhe von 50,00 € auf das Konto des AKG e.V. bei der Commerzbank Berlin:
Empfänger: AKG e.V.
IBAN: DE77 1008 0000 0993 7444 00
BIC: DRESDEFF100
unter Angabe des Stichwortes „AKG-Förderpreis 2026“ sowie unbedingt
des Namens und der Adresse.
7. Unterlagen
Einzureichen sind:
• maximal zwei DIN-A1-Blätter, die aussagefähige Renderings und
Zeichnungen mit Erläuterungen beinhalten
(AUSGEDRUCKT + DIGITAL)
• Darüber hinaus weiterführende Angaben zur Beurteilung des Projektes
können auf maximal drei separaten DIN-A4-Blättern eingereicht
werden (Nutzung Vorder- und Rückseite möglich / AUSGEDRUCKT +
DIGITAL)
• Alle auf den Plänen gezeigte Fotos, Zeichnungen, Erläuterungen,
ggfs. perspektivische Darstellungen und die DIN-A1-Blätter sind außerdem
elektronisch einzureichen.
Modelle werden nicht zugelassen.
Die Arbeiten dürfen keine Hinweise auf die Identität, der am Wettbewerb
Teilnehmenden, geben. Namen und Adressen dürfen nicht erkennbar sein.
Die Arbeiten müssen rechts oben mit einer selbst zu wählenden 6- stelligen
Kennzahl (10 mm hoch) bezeichnet werden.
Den Arbeiten muss ein verschlossener, undurchsichtiger, nur mit der gleichen
Kennzahl beschrifteter Umschlag beigelegt werden, der die Verfassererklärung
mit der Angabe der Adresse und einer Mobilfunknummer, des Geburtsdatums
und der Ausbildungsstelle enthält. Bei Teilnehmergruppen sind alle Personen zu
benennen.
Alle Unterlagen sind bis einschließlich 20. 02. 2026 (Datum des Poststempels)
an die AKG-Geschäftsstelle zu senden.
Für Beschädigung oder Verlust der eingesandten Arbeiten wird keine Haftung
übernommen. Die Rücksendung der Arbeiten erfolgt auf Anforderung unfrei,
aufbewahrt werden sie bis zum 31. 12. 2026.
8. Beurteilungskriterien
Städtebauliches Konzept
• Standortbezug des Entwurfs
• Erschließung
• Raumzuordnungsgliederung
Architektonisches Konzept
• angemessene Umsetzung der zentralen Entwurfsidee
• Adressbildung, Gestaltung und Zugänglichkeit
• Funktionalität des Entwurfskonzeptes
• innovative Elemente
Konstruktion und Technik
• bauliche und technische Machbarkeit
• Angemessenheit des konstruktiven Ansatzes
9. Preisgericht
Die Sitzung des Preisgerichts findet am Freitag, den 27. 03. 2026 an der
TU Berlin statt und ist nicht öffentlich.
Die Preisgerichts-Jury wird aus 5 Personen zusammengesetzt.
• M.Sc. Architektin Cleo Kristin Giesemann
Preisträgerin AKG Förderpreis 2023
• Dipl.-Ing. Architektin Nadine Mauritz
Leitung strategische Zielplanung /
Geschäftsbereich Bau / Charité – Universitätsmedizin Berlin
• Prof. Dipl.-Ing. Architekt Ralf Pasel
Professor für Architektur am Fachgebiet CODE / FAKULTÄT 6, TU Berlin
PASEL-K ARCHITECTS, Berlin
• Dipl.-Ing. Architekt Christoph Gatermann
Vorstandsmitglied AKG e.V. / Nickl & Partner Architekten AG, München
• Dipl.-Ing. Architekt BDA Marc Rehle
Vorstandsvorsitzender AKG e.V. / RRP Architekten + Ingenieure, Berlin /München
Die Entscheidung des Preisgerichts ist endgültig. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Den Teilnehmenden wird das Protokoll der Preisgerichtssitzung zugesandt. Alle
Arbeiten werden ausgestellt.
10. Preisgelder
Der Förderpreis ist mit insgesamt 6.000,00 € dotiert und wird an die
geistigen Urheberinnen und Urheber der ausgezeichneten Ideenvorschläge
vergeben.
Verteilung des Preisgeldes:
1. Preis 2.000,00 €
2. Preis 1.500,00 €
3. Preis 1.000,00 €
drei Anerkennungen á 500,00 €
Das Preisgericht behält sich vor, die Reihenfolgen und Anzahl der Preise
und Anerkennungen sowie die Höhe der Einzelbeträge im Rahmen des
Gesamt-Preisgeldes zu verändern.
Die prämierten Arbeiten werden im Rahmen einer festlichen Veranstaltung
ausgezeichnet und erfahren eine ausführliche Publikation auf der AKG-Webseite.
Eventuell erforderliche Terminänderungen bzw. weitere Informationen zum
AKF-Förderpreis 2026 werden durch die AKG-Geschäftsstelle veröffentlicht
und im Internet auf der AKG-Website bekannt gegeben.
Für weitere Fragen und Auskünfte steht Ihnen die AKG-Geschäftsstelle gerne
zur Verfügung.
Berlin, Oktober 2025
Downloads
- AKG Förderpreis 2026 - AUSLOBUNG